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Emanzipation und Islam in Deutschland

27. März 2018
Beginn: 19:00
Ende: 22:00
Veranstalter: Die Linke Bonn

Assia Fillal wird uns von ihrem Kampf um Emanzipation berichten. Sie ist Psychologin und in NRW im psychologisch-präventiven Bereich tätig. Sie engagiert sich seit vielen Jahren in der Empowerment Arbeit mit Mädchen, ist Teamerin beim Netzwerk für Demokratie und Courage in NRW und seit zwei Jahren als Mitstreiterin beim Nafisa-Team aktiv. Das Team will über Frauen im Islam, antimuslimischen Rassismus, Geschlechterverhältnisse und Geschichte aufklären.

Emanzipation und Islam in Deutschland

Emanzipation der Frau, seit über einem Jahrhundert Ziel, auch der politischen Linken. Hier können wir auf berühmte Vorbilder wie Clara Zetkin verweisen. Religion allerdings ist für die meisten von uns eher Ausdruck mangelnder Emanzipation. Karl Marx nannte sie den „Seufzer der bedrängten Kreatur“ und „Opium des Volkes“.

Und wie verträgt sich Religion mit der Emanzipation der Frau? Nicht so gut, möchte man mit Blick auf das Christentum sagen. Im ersten Buch Mose erschafft Gott die Frau als Gehilfin des „Menschen“. Und in allen folgenden Büchern beider Testamente lässt die Bibel keinen Zweifel daran, dass „der Mann nicht geschaffen (wurde) um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen“ (Paulus 1. Korinther 11, 9).

Und dann der Islam: Religion fast eines Viertels der Menschheit, und hierzulande ganz vorwiegend das Glaubensbekenntnis von Migrantinnen und Migranten – damit Religion einer Unterschicht. Von diesem Islam hat die Mehrheitsgesellschaft ein klares Bild, verbindet ihn mit einer rigiden Sexualmoral und einem archaischen Frauenbild. Kopftuch, Kinderehe, Ehrenmord – um nur drei der gängigsten Stereotype zu nennen.

Muss ein liberaler, moderner Staat da nicht zum Schutze junger Frauen eingreifen? So haben deutsche Gerichte die Verpflichtung zur Teilnahme am Schwimmunterricht auch für junge Musliminnen immer wieder als durchaus verfassungsgemäß angesehen. Das OVG in Münster berief sich dabei auf gelebte Toleranz und die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Ein so genanntes „Kopftuchverbot“ haben eine ganze Reihe Bundesländer für ihre Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen eingeführt, bis das Bundesverfassungsgericht 2015 entschied, dass dieses mit der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit nur bei hinreichend konkreter Gefährdung des Schulfriedens oder der staatlichen Neutralität vereinbar, ein generelles Verbot daher nicht verfassungsgemäß sei.

Auch NRW musste daraufhin eine entsprechende Regelung im Schulgesetz streichen und neu fassen. Ebenfalls wieder streichen musste der Landesgesetzgeber eine Regelung, nach welcher „die Darstellung christlich-abendländischer Bildungs- und Kulturwerte oder Traditionen“ von dem Neutralitätsgebot für Lehrer*innen ausgenommen sein sollte. Davor waren in Nordrhein-Westfalen mehrere Kopftuchverbote verhängt worden. Eine türkischstämmige Lehrerin wollte als Reaktion mit Baskenmütze unterrichten, was ihr das Landesarbeitsgericht Düsseldorf mit der Begründung untersagte, es handele sich nur um einen Kopftuchersatz. Und wenn sie ihre Kopfbedeckung mit der Verehrung der südfranzösischen Kultur begründet hätte?

Hier sind der Schutz von Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung eng verwoben mit Chauvinismus und Intoleranz. Insbesondere das Kopftuch ist dabei regelrecht zum Symbol in einem Kulturkampf geworden. Frauen, die es tragen, werden nicht selten beleidigt, angespuckt oder gar tätlich angegriffen – oft dienen Liberalität und Emanzipation als Vorwand.

Wie aber, wenn uns nun eine junge, selbstbewusste Frau erklären würde, dass sie das Tuch über ihren Haaren durchaus freiwillig trägt? Dass Emanzipation und Religion für sie kein Widerspruch sind?

Assia Fillal wird dies knapp drei Wochen nach dem Weltfrauentag, versuchen. Im Kulturbistro Pauke wird sie uns auch von ihrem Kampf um Emanzipation berichten. Sie ist Psychologin und in NRW im psychologisch-präventiven Bereich tätig. Sie engagiert sich seit vielen Jahren in der EmpowermentArbeit mit Mädchen, ist Teamerin beim Netzwerk für Demokratie und Courage in NRW und seit zwei Jahren als Mitstreiterin beim Nafisa-Team aktiv.

Das Team will über Frauen im Islam, antimuslimischen Rassismus, Geschlechterverhältnisse und Geschichte aufklären. „Muslimische Wissenschaftlerinnen diskutieren mit: über Frauen im Islam, antimuslimischen Rassismus, Geschlechterverhältnisse und Geschichte. Mit Artikeln, Interviews, Videos, Vorträgen und Posts bringen wir mehr Substanz in die Debatte rund um muslimische Frauen – in der Gesellschaft und der muslimischen Community“, so die Selbstdarstellung auf ihrer Webseite.

Wir treffen uns am Dienstag, 27. März,
um 19:00 Uhr im Kulturbistro Pauke,
Endenicher Straße 43, 53115 Bonn.

Der Eingang ist rechts neben der Pauke durch das Metalltor.