Pressemeldungen
Solidarisch gegen Gewalt – FLINTA* im Fokus
Warum beteiligen wir uns nicht an der Demo der anderen Parteien, sondern machen unsere eigene feministische Demo?
Wir stellen uns ganz klar gegen jede Form der sexualisierten und jeder anderen Gewalt an FLINTA*. Gleichzeitig möchten wir ehrlich feministisch gegen Sexismus demonstrieren – mit all unseren Freund*innen und Genoss*innen.
Und wir weigern uns neben einer Partei zu stehen, deren Kanzler im Bundestag auf Sexismus mit Rassismus antwortet! Wir fänden es nicht richtig, noch vor wenigen Monaten gegen die „Stadtbild“-Äußerungen von Merz zu demonstrieren und zu sagen: „Wir sind die Töchter und stellen uns gegen Rassismus“ – und dann wenige Monate später neben der CDU zu stehen, als würden unsere Verständnisse von Sexismus irgendwie zusammenpassen. Wir wollen nicht riskieren, an einer Demonstration beteiligt zu sein, bei der rassistische Zuschreibungen legitimiert werden und damit von den eigentlichen Problemen – den patriarchalen Strukturen in unserer Gesellschaft – abgelenkt wird. Wir wollen die patriarchalen Strukturen selbst in den Fokus rücken.
Außerdem war für uns die Auswahl der eingeladenen Sprecher*innen der CDU besonders problematisch. Wir wollen gegen Sexismus ehrlich feministisch demonstrieren – mit all unseren Freund*innen und Genoss*innen. Feministisch zu demonstrieren bedeutet für uns aber, dass sich auch trans* und nicht-binäre Personen auf der Demo möglichst sicher fühlen können – das wäre in dieser Konstellation eindeutig nicht der Fall gewesen. Wir sehen auch, dass patriarchale Strukturen und Queerfeindlichkeit eben gerade große gesamtgesellschaftliche Problematiken sind und sich nicht auf einzelne Parteien beschränken – aber gerade deswegen ist es uns so wichtig, dass sie als solche benannt werden.
Wir wollen an die patriarchalen Strukturen, die durch Gesetze unangetastet bleiben. Was fehlt ist echter Schutz für FLINTA*, ist Prävention von Gewalt und ist Sensibilisierung gegen Täterschutz: Für Bonner Frauenhäuser gibt es seit Jahrzehnten zu wenig Mittel. Präventionsangebote werden auf allen Ebenen gekürzt. Statt Verantwortung für jeden einzelnen Mann einzufordern, der seinen Kumpel deckt – und sei es nur durch Stillschweigen – soll die Justiz in die Bresche springen.
Und was nützt das schärfste Gesetz, wenn FLINTA* auf der Polizeiwache mal wieder nicht ernst genommen werden? Wenn Täter-Opfer-Umkehr praktiziert wird? Wenn es mal wieder heißt „Stell dich nicht so an“? Diese Probleme gibt es überall in unserer Gesellschaft, in unseren sozialen Gruppen, in unseren Familien und auch in unseren Parteien. Und genau dort müssen wir ansetzen: Zuhören, Betroffenen glauben schenken und Täter nicht weiter decken. Genau das werden wir tun und klarmachen mit unserer Demo gegen Gewalt an FLINTA* am 31.03.2026 um 19:00 Uhr auf dem Bonner Marktplatz. Kommt, solidarisiert euch und macht mit uns klar: Das Problem sind vor allem die Täter, nicht nur die Werkzeuge die sie nutzen!
Wir fordern:
- Strafbarkeit von Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes sowie konsequente Plattformregulierung
- konsequente und zügige Durchsetzung bestehender EU-Regulierung (insbesondere Digital Services Act und AI Act)
- ausreichende und verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern, Frauen*beratungsstellen und feministischen Projekten
- Ausbau von Bildungsangeboten und Beratungsstellen sowie Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen
- Anerkennung von Mehrfachmarginalisierung, uneingeschränkte Solidarität und mehr Schutz(-räume) für FLINTA*
- FLINTA*-Anliegen dürfen nicht für rassistische Narrative instrumentalisiert werden

