Pressemeldungen
All Eyes on Iran - Demo am 18.01.2026 auf dem Münsterplatz
Hier ein Bericht von Frauen* Leben Freiheit Bonn über die Demo zum Iran am Sonntag, 18.01.2026, auf dem Münsterplatz. Die Linke Bonn solidarisiert sich mit den protestierenden Menschen im Iran und mit dem Kampf von Frauen* Leben Freiheit um Demokratie und Menschenrechte.
„All Eyes on Iran“ – Rund 500 Menschen gedenken der Opfer und zeigen Solidarität
Rund 500 Menschen versammelten sich am gestrigen Sonntag auf dem Bonner Münsterplatz, um ihre Solidarität mit den Menschen im Iran zu bekunden. Die von der Initiative Frauen* Leben Freiheit Bonn organisierte Kundgebung verlief friedlich, in einer bedrückenden und hoch emotionalen Stimmung.
Im Mittelpunkt der Kundgebung standen Berichte über Menschen aus dem Iran:
Seit drei Wochen versucht die seit Jahrzehnten größte Protestbewegung, die Islamische Republik zu stürzen. Es wurden zahlreiche Augenzeugenberichte verlesen, in denen von Massakern, Entführungen und Hinrichtungen berichtet wurde, mit denen das Regime auf die landesweiten Proteste reagiert. Die Schilderungen machten das Ausmaß der Gewalt und Unterdrückung deutlich, unter der die iranische Bevölkerung seit 47 Jahren leidet. Zuletzt berichtete Iran International von etwa 16.000 getöteten Protestierenden und über 300.000 Verletzten.
Zum Ende der Kundgebung lasen zwei Iranerinnen die Namen einiger bei den jüngsten Protesten ermordeter Menschen vor. "Darunter sind Namen meiner Freunde im Iran. Sie wurden vom Regime ermordet", erzählt eine junge Frau.
In mehreren Redebeiträgen wurden konkrete Forderungen an die Bundesregierung formuliert. Dabei wurde auch auf die besondere Verantwortung Deutschlands verwiesen: Vor rund 40 Jahren war der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher der erste westliche Politiker, der diplomatische Beziehungen mit der Islamischen Republik Iran aufnahm. Auch damals waren schwere Menschenrechtsverbrechen des Regimes bereits bekannt.
Vor diesem Hintergrund forderten Redner*innen einen Abbruch der wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen mit der Diktatur, einen sofortigen bundesweiten Abschiebestopp für Menschen aus dem Iran sowie die Aufnahme der iranischen Revolutionsgarden in die EU-Terrorliste.
Die Kundgebung erhielt Unterstützung durch etliche Organisationen: Redebeiträge kamen unter anderem von Amnesty International Bonn, Fridays for Future Bonn und Abolish Bezahlkarte Bonn. Den größten Raum nahmen jedoch kurdische und iranische
Stimmen ein, die ihren persönlichen Erfahrungen, ihrer Wut und ihrer Trauer Ausdruck verliehen.
"Seit elf Tagen ist das Internet abgeschaltet. Ich habe von meinen Liebsten nichts mehr gehört. In Bruchstücken sehe ich schreckliche Bilder und Videos von der drastischen Gewalt des Regimes. Aber auch von den Millionen Menschen, die beeindruckenderweise trotzdem noch auf die Straße gehen, obwohl Tausende bereits erschossen wurden", schildert Anahita von Frauen* Leben Freiheit Bonn. Sie ergänzt: “Die Revolution, die jetzt stattfindet, ist der Zusammenschluss jedes einzelnen Protestes und bildet den Höhepunkt der Wut der über Jahrzehnte unterdrückten Bevölkerung ab.". Am Ende bleibt der klare Wunsch nach einem Leben in Freiheit und Würde.


