Zusammengebrochen im Aldi

BONN, 18.April 2009 - Mit einem Flashmob protestierte das Aktionsbündnis Gerechter Welthandel Bonn (AGW Bonn) gegen die Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferbetrieben in China. Um Punkt 14 Uhr sanken 20 AktivistInnen zwischen verdutzten Aldi-Kunden in der Filiale Bonn-Endenich (Erich-Hoffmanstraße) für 60 Sekunden zu Boden. Auf den Rücken der am Boden liegenden AktivistInnen waren Sprüche wie „20 Stunden ohne Schlaf, doch der Auftrag ist geschafft“ zu lesen.

Mit dieser Aktion machte das AGW Bonn auf Arbeitsrechtsverletzungen bei der Produktion von Aldi-Aktionswaren aufmerksam. Begleitend informierten Mitglieder des AGW Bonn vor der Filiale, wie man sich als Kunde für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen einsetzen kann.

Hintergrund der Flashmob-Aktion ist die aktuelle Studie des Siegburger Südwind Instituts „Arbeits- und Frauenrechte im Discountergeschäft - Aldi-Aktionswaren aus China“. Die Studie dokumentiert, dass ArbeiterInnen bis zu 91 Stunden pro Woche arbeiten müssen und Freiheitsrechte durch Ausgangssperren und Besuchsverbot in betriebseigenen Schlafsälen verletzt werden.

Das AGW Bonn fordert Aldi als Deutschlands größten Discounter auf, seiner Vorbildfunktion gerecht zu werden und die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen in der gesamten Produktionskette sicherzustellen. Die Politik wird dazu aufgefordert, Discounter zur Offenlegung ihrer Lieferketten zu verpflichten.

Aktionsbündnis Gerechter Welthandel
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2010